Shopify Migration Guide 2026: 10 Schritte zum Launch
Bei Shopify-Migrationen gehen regelmäßig wichtige Dinge schief. Vergessene Redirects, fehlende Kundendaten oder falsche Zahlungseinstellungen beim Launch – die Liste der möglichen Fehler ist lang.
Viele denken, eine Migration bedeutet einfach nur: Daten vom alten Store in den neuen ziehen und fertig. Die Realität sieht anders aus. Es gibt dutzende Punkte, die bedacht werden müssen, damit der Launch nicht zum Desaster wird.
In diesem Guide findest du alle relevanten Punkte für eine erfolgreiche Migration – vom ersten Setup bis zur Post-Launch-Phase.
1. Vorbereitung: Dev Store vs. Trial Account
Bevor es losgeht, brauchst du einen Shopify-Account. Hier hast du zwei Optionen:
Trial Account: 14 Tage kostenlos, danach direkt in den Paid Plan. Wenn du schnell launchen möchtest und die Kosten kein Problem sind, ist das die einfachste Variante.
Dev Store (als Shopify Partner): Unbegrenzt kostenlos, bis du live gehst. Erst beim Launch wechselst du in einen Paid Plan. Der einzige Nachteil: Ein paar wenige Apps lassen sich nicht installieren, aber das ist die absolute Minderheit.
Empfehlung: Bei längeren Migrationen oder wenn du mit einer Agentur arbeitest, wird fast immer ein Dev Store genutzt.
2. Datenmigration: Automatisiert oder manuell?
Die Datenmigration ist der Kern jeder Migration, aber ohne klaren Datenplan geht hier nichts. Dein altes System hat eine bestimmte Datenstruktur, Shopify eine andere – beides muss kompatibel gemacht werden.
Drei Wege zur Datenmigration:
Automatisierte Tools: Apps, die alles out of the box rüberziehen. Schnell, aber weniger Kontrolle.
CSV-basierte Tools (z.B. Matrixify): Du hast die Daten als Tabelle, kannst sie prüfen und beim Import genau festlegen, welche Felder wo in Shopify landen. Mehr Kontrolle, mehr Flexibilität.
Shopify nativer Import/Export: Nur für kleine Produktportfolios sinnvoll, da das Tabellenformat sehr limitiert ist.
Empfehlung: CSV-basierte Tools wie Matrixify geben dir die beste Balance aus Kontrolle und Effizienz.
3. Datenkonzept & Stammdaten-Check
Plane im Vorfeld genau, welche Daten wohin sollen. In Shopify arbeitest du mit Metafields (Custom-Felder) und Metaobjects (Custom-Datenbanken), um zusätzliche Daten zu speichern.
Kunden: Wichtig: Passwörter können nicht importiert werden. Du musst Invites versenden, damit Kunden neue Passwörter setzen
Gutscheine & Giftcards: Müssen übertragen werden, sonst funktionieren sie im neuen Store nicht
Rabattcodes: Nur aktive übertragen
Reviews: Mit Tools wie Judge.me (günstig) oder Reviews.io (für größere Stores)
Blog-Beiträge & Inhaltsseiten
Orders (optional)
4. Integrationen & Drittanbieter-Tools
Dein Store lebt von Integrationen. Diese müssen alle im neuen Store funktionieren:
Warenwirtschaftssysteme: Manche bieten native Shopify-Integration, andere brauchen Custom-Schnittstellen
E-Mail-Marketing: Customers müssen gesynct werden
Accounting & Buchhaltung
Versand & Fulfillment
Loyalty-Programme
Live Chats & Customer Service
Prüfe jede Integration einzeln – nichts ist frustrierender als ein Launch, bei dem das Warenwirtschaftssystem nicht connected ist.
5. Store Setup: Backend & Frontend
Backend-Einstellungen:
Branding-Einstellungen hinterlegen
E-Mail-Branding anpassen (damit native Shopify-Mails zu deinem Store passen)
Versand-Einstellungen erstellen
Steuern anlegen
Zahlungsanbieter aktivieren (Shopify Payments oder externe Anbieter)
Checkout & Policies konfigurieren
Rechtstexte hinterlegen (z.B. über eRecht24 oder IT-Recht Kanzlei)
Frontend-Aufbau:
Theme auswählen: Nutze Themes aus dem Shopify Theme Store (180-350 Dollar). Sie erfüllen Qualitätskriterien und sparen dir später Arbeit. Externe Themes für 50 Dollar sind oft voller Müll.
Templates anlegen: Homepage, Produktseite, Collections, Blog, About Us, Kontakt, FAQ
Filter konfigurieren
Custom-Anpassungen: In vielen Fällen kommst du mit Drag & Drop weit. Manchmal brauchst du Apps (Wishlist, Bundles, Pre-Order) oder Custom Code.
6. SEO-Migration: Rankings erhalten
Die URLs vom alten Store müssen auf den neuen Store zeigen – sonst ist dein Google-Ranking weg.
Wichtig: Erstelle eine vollständige Liste aller alten URLs und richte 301-Redirects ein. Shopify bietet dafür Import-Möglichkeiten. Ohne korrekte Redirects verlierst du dein organisches Ranking.
7. Testing: Lieber doppelt als gar nicht
Bevor du live gehst: Testen, testen, testen.
Checkliste Testing:
Funktionalität: Läuft alles wie geplant?
Performance: Ladezeiten okay?
Analytics: Tracking korrekt eingerichtet?
Legal: Rechtstexte, Cookie-Banner, Datenschutz
Testkäufe durchführen: Der wichtigste Test überhaupt
8. Go-Live: Die finale Checkliste
Final Check: Ist wirklich alles korrekt?
Payments: Testmodus raus, Live-Modus rein
Domain umschalten: Alte Domain auf neuen Store zeigen lassen
Legal-Check: Alle Rechtstexte korrekt verlinkt?
Passwortschutz entfernen
Im Inkognito-Modus prüfen
Monitoring: Nutzerverhalten am ersten Tag beobachten
9. Post-Launch: Alte Plattform nicht sofort löschen
Lass den alten Store noch 2-4 Wochen online. Warum?
DNS-Umstellung dauert – manche User sehen noch den alten Store
Orders können parallel einlaufen
Du kannst vergessene Daten noch nachträglich holen
Kein Datenverlust
10. Post-Launch Monitoring
Die Arbeit ist nach dem Launch nicht vorbei:
Google Search Console: Gibt es Errors?
Analytics: Auffälligkeiten?
404 Errors: Redirects vergessen?
Customer Service: Schnell auf Anfragen reagieren
KPIs: Haben sich Conversion Rate oder andere Kennzahlen verschlechtert?
SEO weiterhin monitoren: Falls Redirects nicht hundertprozentig sind, nachbessern
Die häufigsten Fehler bei Shopify-Migrationen
SEO vernachlässigen: Redirects vergessen = Ranking weg
Zu schnell launchen: Kein ausreichendes Testing
Messy Daten: Kein klares Datenkonzept
Passwort-Reset vergessen: Kunden können sich nicht einloggen
Keine Backups: Altdaten gelöscht, dann ist es zu spät
Pro-Tipps für deine Migration
Die wichtigsten Takeaways:
Dev Stores sind bei längeren Migrationen die bessere Wahl
CSV-basierte Tools wie Matrixify geben dir Kontrolle bei der Datenmigration
SEO-Redirects sind kritisch für dein Google-Ranking
Testing kann nicht überschätzt werden – Testkäufe sind Pflicht
Post-Launch Monitoring hilft, schnell zu reagieren, falls doch etwas fehlt
Lieber doppelt testen als nachher teure Fehler ausbügeln
Alles mit deinen Kunden kommunizieren (Launch ankündigen, Invites versenden)
Zeit nehmen und nicht überstürzen
Alles dokumentieren, damit das Know-how im Team bleibt
Hilfe holen, bevor etwas schiefgeht – große Fails sind teurer als professionelle Unterstützung